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Paradigmenwechsel in der deutschen Familienpolitik: Einschätzungen zum Elterngeld- und Elternzeitgesetz

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Krell, Claudia ; Vogl, Susanne:
Paradigmenwechsel in der deutschen Familienpolitik: Einschätzungen zum Elterngeld- und Elternzeitgesetz.
2011
Veranstaltung: Jahrestagung 2011 der Deutschen Gesellschaft für Demographie: "Schrumpfend, alternd, bunter? – Antworten auf den demographischen Wandel in Deutschland", 9.-11.3.2011, Universität Bonn.
(Veranstaltungsbeitrag: Kongress/Konferenz/Symposium/Tagung, Vortrag)

Kurzfassung/Abstract

Der Geburtenrückgang ist ein häufig beklagtes Phänomen in vielen Industriegesellschaften. Als Reaktion der Regierungskoalition auf sinkende Geburtenraten trat 2007 das Elternzeit- und Elterngeldgesetz in Kraft. Mit diesem familienpolitischen Wechsel wurden vorrangig drei Ziel verfolgt: 1) eine Reduzierung der finanziellen Einbußen im ersten Jahr nach der Geburt eines Kindes und damit finanzielle Anreize (vor allem für Besser-Verdiener) zur Familiengründung 2) (finanzielle) Anreize für eine höhere Väterbeteiligung 3) mehr Flexibilität in der Gestaltung der Elternzeit. Das Elterngeld garantiert bis zu 67% des durchschnittlichen Nettoeinkommens für die ersten 12 Lebensmonate des Kindes. Beansprucht auch der zweite Elternteil für mindestens 2 Monate Elternzeit, so wird die Bezugsdauer des Elterngeldes auf 14 Monate erhöht. Doch wie wird dieses Gesetz von deutschen Männern und Frauen gesehen? Können finanzielle Anreize die Entscheidung zur Familiengründung und/oder die Väterbeteiligung beeinflussen? Sind Männer und Frauen bereit Elternzeit zu nehmen? Welche Gründe sprechen für oder gegen die Beanspruchung von Elternzeit? Welche Probleme sehen sie beim Wiedereinstieg in den Beruf?
In einer bundesweiten Studie des Lehrstuhls für Soziologie und empirische Sozialforschung an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurden 2008 die Lebensumstände von Partnerschaften, Einstellungen und Werte zu Familie und Partnerschaft, Elterngeld und Elternzeit von rund 1.200 Personen erhoben. Auf Grundlage einer durch Telefonnummern angereicherten Einwohnermeldeamtsstichprobe in insgesamt vier zufällig ausgewählten Bundesländern (Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen) wurden computergestützt standardisierte Telefoninterviews mit Männern und Frauen deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 18 bis 60 Jahren durchgeführt.
Insgesamt herrscht eine positive Einschätzung des Einflusses des Elterngeld- und Elternzeitgesetzes sowohl auf den Kinderwunsch als auch die Bereitschaft zu stärkerer Väterbeteiligung. Sowohl sozio-ökonomische Faktoren wie auch kulturelle Werte haben einen Einfluss auf die Bewertung des Gesetzes, wobei erstere vor allem bei Männern, letztere eher bei Frauen einen Einfluss haben. 60% der befragten Männern und fast 90% der Frauen wären bereit, Elternzeit zu nehmen. Aber bislang zeigt sich die hohe Motivation von Männern nur zögerlich in offiziellen Statistiken, denen zufolge aktuell lediglich rund 19% tatsächlich Elternzeit beanspruchen. Gründe können antizipierte Probleme beim Wiedereinstieg in den Beruf sein, aber sicherlich auch kulturelle Werte und Rollenvorstellungen. Bislang spiegelt sich diese positive Einschätzung des Elternzeit- und Elterngeldgesetzes nur bedingt auf der Verhaltensebene wieder.

Weitere Angaben

Publikationsform:Veranstaltungsbeitrag (unveröffentlicht): Kongress/Konferenz/Symposium/Tagung, Vortrag
Institutionen der Universität:Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät > Soziologie > Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung
Weitere URLs:
Titel an der KU entstanden:Nein
Eingestellt am:21. Aug 2012 18:34
Letzte Änderung:12. Sep 2012 19:55
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