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Jenseits touristischer Massen: Die Befreiungshalle Kelheim im Spannungsfeld von historischem Erinnerungsort, architektonischem Baudenkmal und nachhaltigem Kulturtourismus

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Scherle, Nicolai ; Pillmayer, Markus:
Jenseits touristischer Massen: Die Befreiungshalle Kelheim im Spannungsfeld von historischem Erinnerungsort, architektonischem Baudenkmal und nachhaltigem Kulturtourismus.
In: Wagner, Christoph (Hrsg.): Die Befreuungshalle Kelheim : Geschichte, Mythos, Gegenwart. - Regensburg : Schnell & Steiner, 2012. - S. 379-392. - (Regensburger Studien zur Kunstgeschichte ; 18)
ISBN 978-3-7954-2617-0

Kurzfassung/Abstract

Von der Idee, ein »Baiern aller Stämme« zu formen, war Ludwig I. schon als Kronprinz beseelt, einer »größeren deutschen Nation« ein Monument zu errichten, führte zur Errichtung der Befreiungshalle auf dem Michelsberg in Kelheim, südwestlich von Regensburg. Zum 150-jährigen Jubiläum der Befreiungshalle erscheint eine umfangreiche Publikation, die Mythos, Geschichte und Gegenwart dieses Nationaldenkmals in anschaulichen Texten und eindrucksvollen Bildern ausbreitet.

Die Befreiungshalle Kelheim blickt als politischer Monumentalbau des 19. Jahrhunderts auf eine ebenso bedeutende wie wechselvolle Geschichte zurück: Aus dem geistigen Kosmos von König Ludwig I. als Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten der Befreiungskriege gegen Napoleon erbaut, fand die feierliche Einweihung am 18. Oktober 1863, dem 50. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, statt. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges bildete sie im Jubiläumsjahr 1913 die große Bühne für den feierlichen Auftritt von Kaiser und deutschem Hochadel. In der Zeit der Weimarer Republik zierte sie als Motiv die Scheine des Notgeldes in der Krise der Inflation. 1933 missbrauchte Adolf Hitler die Befreiungshalle als Projektionsfläche für seine nationalsozialistischen, großdeutschen Allmachtsphantasien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Befreiungshalle zum symbolischen Ort politischer Auftritte und Begegnungen von nationalen Größen wie Theodor Heuss, Willy Brandt, Helmut Kohl oder François Mitterand.
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung 1989 gewann die Befreiungshalle mit ihrer politischen Ikonographie als nationales Symbol deutscher Einheit im Kontext europäischer Bezugspunkte eine neue Aktualität. Im Spiegel ihrer Rezeptionsgeschichte lässt sich die Befreiungshalle Kelheim als komprimiertes Bild der Brechungen in der bayerischen Geschichte und nationalstaatlichen Selbstbestimmung Deutschlands in Europa lesen. Die unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Wagner erarbeitete Publikation lädt ein, die Befreiungshalle neu zu entdecken: Die Publikation enthält neben zahlreichen wissenschaftlichen Texten eine vollständige fotografische Neudokumentation und erschließt eine bislang unbekannte kulturhistorische Quellensammlung.

Weitere Angaben

Publikationsform:Aufsatz in einem Buch
Institutionen der Universität:Mathematisch-Geographische Fakultät > Geographie > Lehrstuhl für Humangeographie
Weitere URLs:
Titel an der KU entstanden:Ja
Eingestellt am:13. Nov 2012 10:11
Letzte Änderung:04. Jun 2013 16:05
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