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Bürokratieabbau durch das BilMoG - eine empirische Untersuchung der Befreiung kleiner Einzelkaufleute von der Bilanzierungspflicht

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Krenzin, Andreas ; Brähler, Gernot ; Scholz, Christoph:
Bürokratieabbau durch das BilMoG - eine empirische Untersuchung der Befreiung kleiner Einzelkaufleute von der Bilanzierungspflicht.
In: Steuer und Wirtschaft. Bd. 43 (2013) Heft 2. - S. 173-181.
ISSN 0341-2954

Kurzfassung/Abstract

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass administrative Belastungen ein wesentliches Hemmnis für das Wachstum von Volkswirtschaften sind. Vor diesem Hintergrund wurde die Rechnungslegungsrichtlinie dahingehend geändert, dass Kleinstunternehmen von bestimmten Rechnungslegungsanforderungen befreit werden können. Dieser Maßnahme ist die Bundesrepublik Deutschland teilweise zuvorgekommen und hat im Rahmen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes eine größenabhängige Befreiung von der handelsrechtlichen Buchführungs- und Bilanzierungspflicht für Einzelkaufleute eingeführt (§ 241a i.V.m. § 242 Abs. 4 HGB). Begünstigte Einzelkaufleute können ihren handelsrechtlichen Gewinn durch eine einfachere und kostengünstiger zu erstellende Einnahmenüberschussrechnung ermitteln. Durch die Anlehnung der Schwellenwerte des § 241a HGB an die Grenzen der originären steuerlichen Buchführungs- und Bilanzierungspflicht ermöglicht die Deregulierungsvorschrift grundsätzlich auch die Ermittlung des steuerlichen Gewinns durch eine Einnahmenüberschussrechnung. Da mit einer Gewinnermittlung durch Einnahmenüberschussrechnung zahlreiche Erleichterungen und Vereinfachungen verbunden sind, kann diese kosteneffizienter erfüllt werden. Daher sollte die Einführung des § 241a i.V.m. § 242 Abs. 4 HGB zu einer Reduzierung der Bürokratiekosten für betroffene Einzelkaufleute geführt haben. Der Gesetzgeber erwartet,dass begünstigte Einzelkaufleute in Zukunft ganz überwiegend auf eine Buchführung und Bilanzierung verzichten und schätzt durch die Reform eine Kostenentlastung von ungefähr EUR 1 Mrd. zu generieren. In der Literatur wird eine Reduzierung der Bürokratiekosten in diesem Umfang zum Teil angezweifelt. Es wird davon ausgegangen, dass Einzelunternehmer auf die Erstellung von Jahresabschlüssen nicht verzichten werden,da die Informationen aus der Bilanzierung zur Gewinnung betriebswirtschaftlicher Informationenbenötigt werden, und Voraussetzung für die Kreditgewährung von Banken die Vorlage einer Bilanz sei.
Da somitdie Auswirkungen der Einführung des § 241a i.V.m. § 242 Abs. 4 HGB umstritten sind, war es das Ziel im Rahmen meines zweiten Beitrags zu untersuchen, inwiefern begünstigte Einzelkaufleute von der Erleichterung des § 241a i.V.m. § 242 Abs. 4 HGB tatsächlich Gebrauch machen und von der Buchführung und Bilanzierung auf eine Gewinnermittlung durch Einnahmenüberschussrechnung wechseln. Dadurch kann der Deregulierungseffekt der Vorschrift überprüft werden. Zur Klärung dieser Fragestellung wurde eine Befragung unter18.928 deutschen Steuerberatern durchgeführt und damit das Verhalten der von ihnen betreuten Einzelkaufleute analysiert.
Durch die Studie konnte gezeigt werden, dass in der Stichprobe überraschenderweise nur 22,1 % der durch § 241a i.V.m. § 242 Abs. 4 HGB begünstigten Einzelkaufleute auf eine Bilanzerstellung verzichten. Nach diesen Ergebnissen erscheinen die durch die Bundesregierung angestrebten Kosteneinsparungen für kleine Einzelkaufleute als zu hoch formuliert, weil hierbei von einer mehrheitlichen Anwendung der Norm ausgegangen wurde. Im Ergebnis konnte damit festgestellt werden, dass für die befragten Steuerberater eine Optionsmöglichkeit bezüglich der Rechnungslegungsart tendenziell weniger eine Entlastung von Bürokratiekosten bewirken kann, als dies durch eine Reduzierung formaler Anforderungen und steuerlicher Dokumentationsanforderungen möglich wäre.

Forschungsprojekte

Komplexität und Deregulierung im Steuerrecht

Weitere Angaben

Publikationsform:Artikel
Schlagwörter:Bürokratieabbau, BilMoG, Buchführungspflicht, Einnahmenüberschussrechnung, § 241a HGB, Gewinnermittlungsmethode
Institutionen der Universität:Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Betriebswirtschaftslehre > Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
Peer-Review-Journal:Ja
Titel an der KU entstanden:Ja
Eingestellt am:20. Jun 2013 10:19
Letzte Änderung:26. Jun 2013 12:07
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