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Lohaus, Gerd ; Stockhoff, Nicole (Hrsg.) : Wir in Gottes Dienst : Grundwissen für Lektoren, Kantoren und Kommunionhelfer, Freiburg/Br., 2013

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Kluger, Florian:
Rezension von: Lohaus, Gerd ; Stockhoff, Nicole (Hrsg.) : Wir in Gottes Dienst : Grundwissen für Lektoren, Kantoren und Kommunionhelfer, Freiburg/Br., 2013.
In: Liturgisches Jahrbuch : LJ ; Vierteljahreshefte für Fragen des Gottesdienstes. Bd. 66 (2016) Heft 2. - S. 132.
ISSN 0024-5100

Kurzfassung/Abstract

Zwölf Autoren legen in 16 kompakten Artikeln einführende Hinweise zu den liturgischen Diensten vor. Drei große Abschnitte beschäftigen sich jeweils mit dem Lektoren- (I.), dem Kantoren- (II.) und dem Kommunionhelferdienst (III.). Zunächst (I.) wird der Lektorendienst beleuchtet. Eigene Kapitel behandeln den Ambo, die Leseordnung, Offenbarungstheologie, innere und äußere Haltung sowie Hilfen zur Sprecherziehung. Eine Modell zur Einführung von Lektoren in der Messfeier schließt das Kapitel ab. Im Abschnitt über den Kantorendienst (II.) liegt der Fokus auf den Psalmen. Nach einer Einführung über Psalmen in Bibel, Liturgie und Leben werden spirituelle, poetische und existentielle Dimensionen der Psalmen vorgestellt. Es schließen sich eine Einführung in den praktischen Vollzug und Hinweise zur Etablierung und Einführung des Kantorendienstes in der Messfeier an. Der Abschnitt über die Kommunionhelfer (III.) bündelt Ausführungen zum Tabernakel, zur Ekklesiologie, zur inneren und äußeren Haltung des Kommunionhelfers, zu liturgischen Geräten und zur Einführung dieses Dienstes in der Messfeier.
Der Sammelband bietet einige prägnante Artikel zu Teilaspekten des jeweiligen Dienstes. Hilfreich für die genannten Zielgruppen werden vor allem die praktisch ausgerichteten Artikel sein, die versuchen das Handwerkszeug des jeweiligen Dienstes zu verdeutlichen. Einige kleinere Anfragen sollen das Ganze nicht schmälern: Wünschenswert wäre es gewesen, wenn die liturgischen Dienste – wenigstens in knapper Form - auch historisch eingeordnet werden würden. In diesem Zusammenhang hätte auch die theologische Einbettung der Dienste erfolgen können. Hierbei hätten im Ansatz wenigstens einige Problemfelder markiert werden können, wie etwa die Männern vorbehaltene dauerhafte Beauftragung zu Lektorat und Akolythat. Jedoch geben die Herausgeber in der Einführung im Zusammenhang der Selbstverpflichtung der Kirche, „Laien liturgische Dienste zuzugestehen“ ihrer Sorge Ausdruck, dass aus Laien, die diese Dienste übernehmen „keine Kleriker werden bzw. kein ‚Amt ohne Weihe‘ entsteht“ (S. 8). Es ist insgesamt gut nachvollziehbar, dass speziellere Fragestellungen in diesem einführenden Sammelband kaum berücksichtigt wurden. Hierzu gehört auch die Frage nach inklusiver Sprache im Gottesdienst, insbesondere bei den biblischen Lesungen. Dennoch wird dieses Feld im Kontext der Offenbarungstheologie angerissen, allerdings eher apodiktisch mit dem weniger günstigen Beispiel der Jünger Jesu (S. 68). Sicher gibt es gewichtige Gründe für das bescheidene zurückstehen des Lektors hinter den biblischen Text. Thematisiert werden hätten hier allerdings hermeneutische Fragen der Bibelübersetzung am Beispiel der für Lektoren relevanten einleitenden Phrase von Paulusbriefen wie „Brüder (und Schwestern)“. Denn auch wenn im Lesungstext lediglich „Brüder“ steht, wird in den Lektionaren seit 1993 die Wendung „Schwestern und Brüder“ empfohlen. Im Zusammenhang mit dem Kommunionhelferdienst könnte neu darüber nachgedacht werden, ob es wie selbstverständlich hinzunehmen ist, dass der erste Gang des Kommunionhelfers im Altarraum zum Tabernakel führen muss (S. 189). Könnten nicht zunächst die in der Feier konsekrierten Hostien ausgeteilt werden und erst dann der Tabernakel in Anspruch genommen werden, wenn erstere ausgeteilt sind?
Insgesamt liegt mit dem Sammelband eine kleine Schatzkiste einführender Artikel zu spezifischen Themenbereichen vor. Diese sind nicht nur pastoralliturgisch interessant, sondern können auch der Orientierung für breitere Leserkreise dienen. Sowohl praktische Interessen werden abgedeckt als auch der Wunsch nach Hintergründigem, wie z.B. zu den liturgischen Orten oder zu biblischen und systematischen Aspekten. Die Stärken des Buches liegen in der verständlichen Sprache und der Konzentration auf wesentliche Punkte.

Forschungsprojekte

Liturgie und Bildung

Weitere Angaben

Publikationsform:Rezension
Schlagwörter:Liturgische Dienste, Lektor, Kantor, Kommunionhelfer, Liturgie
Institutionen der Universität:Theologische Fakultät > Praktische Theologie > Professur für Liturgiewissenschaft
Fakultät für Religionspädagogik/Kirchliche Bildungsarbeit (FH) > Professur für Liturgik, Musik, Stimmbildung
Begutachteter Aufsatz:Ja
Titel an der KU entstanden:Ja
Eingestellt am:16. Sep 2016 08:21
Letzte Änderung:31. Jul 2017 18:44
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