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Einmal Weltende und zurück : Die Fluchtbewegungen des Jona

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Eck, Joachim:
Einmal Weltende und zurück : Die Fluchtbewegungen des Jona.
In: Kluger, Florian (Hrsg.): Flucht. - St. Ottilien : EOS, 2017. - S. 213-242. - (Forum K'Universale Eichstätt ; 5)
ISBN 978-3-8306-7849-6

Kurzfassung/Abstract

Bekannt, beliebt, unverstanden – so könnte man den alttestamentlichen Propheten Jona vielleicht kurz charakterisieren. Seine skurrile Geschichte – bei stürmender See ins Meer geworfen, von einem Riesenfisch verschlungen und bald danach wieder an Land gespien – regt die Fantasie von Alt und Jung an und hat so insbesondere Eingang ins feste Repertoire christlicher Kindererziehung gefunden. Aber gibt es jenseits der Lust, das Unerhörte in bunten Farben zu malen, noch einen tieferen Sinn dahinter? Was tut Jona da eigentlich? Er ist auf der Flucht. Wovor? Nun, hier wird es jäh ziemlich abstrakt: vor einem Gotteswort! Er soll Ninive, die verruchte Metropole des assyrischen Großkönigs, aufsuchen. Wohin flieht er? Nach „Tarschisch“, was im Alten Testament den entlegensten Ort der Welt bezeichnet – also ans Weltende. Wie kommt man dahin? Sofern man überhaupt jemals dort ankommt, ist dies einem Segelboot antiker Bauart und einer Kette unerwartet günstiger Umstände zu verdanken. Insgesamt gleicht die Unternehmung einem Himmelfahrtskommando. Jona flieht also vor einem von ihm vernommenen, offenbar inakzeptablen Gotteswort aus dem relativ sicheren Palästina – mutmaßlich Jerusalem – mitten in die Gefahr hinein, die ihn buchstäblich immer weiter in die Tiefe zieht, um letztlich dann überraschend dort zu landen, wo er am Anfag war: in Palästina. Im zweiten Teil der Erzählung leistet Jona äußerlich betrachtet dem Wort Gottes, das ihn nicht loslässt, Folge, indem er nach Ninive geht und Unheil ankündigt. Sein unerwarteter Erfolg – ganz Ninive bekehrt sich augenblicklich – und das dadurch bewirkte Ausbleiben eines die Stadt in die Unterwelt stürzenden Gerichtsspektakels stürzen Jona groteskerweise wiederum in die Tiefe, die diesmal innerer Natur ist. Vor der unerträglichen Barmherzigkeit seines Gottes flieht er in innere Verweigerung und Depression. Der Aufsatz will anhand der alttestamentlichen Jona-Erzählung einen Blick auf die komplexe Verwobenheit innerer und äußerer Aspekte menschlichen Fliehens werfen.

Weitere Angaben

Publikationsform:Aufsatz in einem Buch
Zusätzliche Informationen:Der Aufsatz basiert auf einem Vortrag, der am 30. November 2015 im Rahmen der Vortragsreihe K'universale zum Thema "Flucht" gehalten wurde.
Schlagwörter:Jona, Prophetie, Altes Testament, Flucht, Ninive, Wort Gottes, Umkehr, Seesturm, Fisch, Rhizinus
Institutionen der Universität:Theologische Fakultät > Biblische Theologie > Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaft
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Titel an der KU entstanden:Ja
Eingestellt am:14. Jun 2017 08:53
Letzte Änderung:14. Jun 2017 08:53
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