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Geographien der Qualifizierung

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Steiner, Christian ; Rainer, Gerhard ; Kister, Jutta:
Geographien der Qualifizierung.
2018
Veranstaltung: Neue Kulturgeographie XV : Materie, Materialien, Methoden, 25.01.-27.01.2018, Freiburg.
(Veranstaltungsbeitrag: Kongress/Konferenz/Symposium/Tagung, Vortrag)

Volltext

Link zum Volltext (externe URL): https://kulturgeographie.org/

Kurzfassung/Abstract

Die Qualität von Konsumgütern spielt für deren Preisbildung und Vermarktung eine entscheidende Rolle. Dies gilt umso mehr in einer von Überfluss gekennzeichneten postmodernen Konsumgesellschaft, in der Qualität zu einem wesentlichen Differenzbildner geworden ist. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich die Qualität von Konsumgütern wissenschaftlich festmachen lässt. In der Wirtschaftssoziologie wird daher seit einigen Jahren verstärkt aus konstruktivistischer Perspektive diskutiert, wie Qualität konstruiert und in einem komplexen Aushandlungsprozess zwischen Produzenten und Konsumenten definiert, speziellen Produkten zugeschrieben, und objektiviert wird. Einen der wichtigsten Beiträge zu dieser Debatte haben aus einer performativen Perspektive Michel Callon,Cécile Méadel und Vololona Rabeharisoa in einem Aufsatz zu „The economy of qualities“ beigesteuert, in dem insbesondere Qualifizierungsprozesse technologischer Dienstleistungen in den Fokus genommen werden. Aus der Sicht von Callon et al. (2002) werden Qualitäten von Gütern nicht einfach wahrgenommen, sondern über spezifische Verfahren (wie bspw. Messungen und Tests) aktiv in Praxis konstruiert. Qualitäten und Produkte unterliegen dabei einem kontinuierlichen Wandlungsprozess und müssen deshalb ständig performativ in immer neuen Qualifizierungsprozessen hergestellt werden. Akteure von der Angebots- und Nachfrageseite sowie aus den Bereichen Marketing und Vertrieb sind an diesem Prozess der Qualifizierung von Produkten beteiligt. Qualifizierung (Qualification) wird daher als ständige reflexive Ko-Konstruktion zwischen Angebots- und Nachfrageseite verstanden. Hierbei zeichnen sich zwei wichtige Konstruktionsprinzipien von Qualität ab. Erstens müssen Produkte vergleichbar gemacht werden um ihre Qualität beurteilen zu können. Gleichzeitig muss paradoxerweise jedoch auch ihre Einzigartigkeit herausgestellt werden. Die Positionierung von Produkten im Verhältnis zu anderen Produkten stellt demnach einen zentralen Aspekt der Wirtschaftsdynamik und eine entscheidende, hochgradig reflexive Aufgabe für ökonomische Akteure dar. Zweitens weist jedes Produkt sowohl intrinsische wie auch extrinsische Qualitäten auf. Sowohl die Materialität eines Produktes als auch dessen Marke, die Reputation des Verkäufers oder eine persönliche Bindung zwischen Verkäufer und Käufer sind demnach Qualitäten, die sich zwar analytisch, aber nicht ontologisch trennen lassen. Die Wirtschaftssoziologie hat über diesen veränderten Blick einen wichtigen Beitrag für ein besseres Verständnis der sozialen Konstruktion von Qualität(en) und Preisen geleistet und liefert damit einen wichtigen Ansatzpunkt für das Verständnis der Handlungen der involvierten Akteure auf der Konsumenten- und Produzentenseite. Eine räumliche Perspektive auf Qualifizierung fehlt jedoch bislang in der Debatte. Ausgehend von einer von uns durchgeführten Fallstudie zu regionalen Restrukturierungsprozessen in der Südtiroler Weinwirtschaft argumentieren wir vor diesem Hintergrund, dass Qualifizierungsprozessen immer auch eine geographische Dimension hinterliegt und gehen dabei der Frage nach, inwiefern Qualifizierungsprozesse lokal und regional kontextualisiert und interpretiert werden und dabei in global-lokale Beziehungsnetze eingebunden sind.

Weitere Angaben

Publikationsform:Veranstaltungsbeitrag (unveröffentlicht): Kongress/Konferenz/Symposium/Tagung, Vortrag
Institutionen der Universität:Mathematisch-Geographische Fakultät > Geographie > Lehrstuhl für Humangeographie
Titel an der KU entstanden:Ja
Eingestellt am:06. Feb 2018 10:04
Letzte Änderung:06. Feb 2018 10:04
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