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Die Messung der Durchsetzung informeller Normen im Vignetten- und Feldexperiment

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Petzold, Knut ; Eifler, Stefanie:
Die Messung der Durchsetzung informeller Normen im Vignetten- und Feldexperiment.
In: Krumpal, Ivar ; Berger, Roger (Hrsg.): Devianz und Subkulturen : Theorien, Methoden und empirische Befunde. - Wiesbaden : Springer VS, 2020. - S. 167-204. - (Kriminalität und Gesellschaft)
ISBN 978-3-658-27227-2

Kurzfassung/Abstract

Informelle soziale Normen regeln das alltägliche Zusammenleben in modernen Gesellschaften. Ihre Durchsetzung stellt aufgrund der damit verbundenen Kosten ein Kollektivgutproblem zweiter Ordnung dar, das häufig mithilfe von Labor- und Feldexperimenten untersucht wird. Zunehmend werden auch Vignettenexperimente eingesetzt, wobei jedoch nur Verhaltensabsichten gemessen werden können. Da keine realen Kosten mit der Normdurchsetzung verbunden sind, können die Antworten durch soziale Erwünschtheit verzerrt sein. Im Beitrag wird daher die Frage verfolgt, wie valide die Durchsetzung informeller Normen im Vignettenexperiment gemessen werden kann, wobei ein Feldexperiment die kontrafaktischen Vergleichsergebnisse liefert. In einer Abwandlung des bekannten Hup-Experiments missachtete eine Experimentalperson die informelle Norm „Links gehen, rechts stehen“ auf Rolltreppen der U-Bahn in München, wobei die Statusmerkmale der Kleidung und des Geschlechts systematisch variiert wurden. Das Vignettenexperiment wurde als postalische Befragung in München realisiert. Als Outcomes wurde die tatsächliche Reaktion beobachtet bzw. die beabsichtigte Reaktion berichtet. Mithilfe eines Propensity Score Matchings werden nur möglichst ähnliche ‚Zwillinge‘ aus beiden Experimenten verglichen. Im Vignettenexperiment wurden im Vergleich zum Feldexperiment verbale Reaktionen häufiger und physische Reaktionen seltener berichtet. Während außerdem elegante Kleidung im Feldexperiment zu gesteigerten verbalen aber reduzierten körperlichen Reaktionen führt, finden sich im Vignettenexperiment positive Effekte des Kleidungstreatments nur auf die verbale Reaktion. Negative Effekte auf physische Reaktionen werden stark unterschätzt. Die Ergebnisse weisen erstens auf Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit bei der Messung von Intentionen zur Durchsetzung sozialer Normen mittels Vignetten hin. Zweitens scheinen dann valide Schlüsse auf die Bedingungen einer echten Normdurchsetzung möglich, wenn sie auch in der Realität unproblematisch bzw. kostengünstig ist.

Forschungsprojekte

Zusammenleben in der Stadt

Weitere Angaben

Publikationsform:Aufsatz in einem Buch
Schlagwörter:Soziale Normen;Normdurchsetzung;Feldexperiment;Vignettenexperiment;Validität
Institutionen der Universität:Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät > Soziologie > Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung
Weitere URLs:
DOI / URN / ID:10.1007/978-3-658-27228-9
Open Access: Freie Zugänglichkeit des Volltexts?:Nein
Begutachteter Aufsatz:Nein
Titel an der KU entstanden:Ja
Eingestellt am:07. Jul 2020 12:22
Letzte Änderung:07. Jul 2020 12:22
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