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Zur Epistemologie im moralischen Realismus

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Reinhard, Horst:
Zur Epistemologie im moralischen Realismus.
2011
(Dissertation, 2011, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

Volltext

Link zum Volltext (externe URL): http://www.opus-bayern.de/ku-eichstaett/volltexte/...

Kurzfassung/Abstract

Es wird davon ausgegangen, dass es objektive moralische Tatsachen in dem Sinne gibt, dass diese vollständig unabhängig von subjektiven Leistungen sind („starker moralischer Realismus“), und es wird die Auffassung vertreten, dass Aussagen über diese Tatsachen durch Erfahrungskenntnis begründet werden können. Auch im moralischen Realismus sind Wahrheitsansprüche im Sinne eines Bezugs auf objektiv vorliegende Wahrheitsbedingungen zu begründen. Für diese Begründung wird jedoch abweichend von der im moralischen Realismus üblichen Korrespondenztheorie der Wahrheit eine kognitive Konzeption von Wahrheit vorgeschlagen.
Für auf Erfahrungskenntnis gegründete Aussagen über moralische Tatsachen ist ein Beobachtungsbegriff notwendig, der als Urteilsprinzip ein unparteiliches evaluatives Interesse eines jeden voraussetzt. Dieses „unparteiliche evaluative Interesse eines jeden“, d.h., die Einnahme des beobachterneutralen Standpunkts, entspringt jedoch nicht der autonomen Dimension des Subjekts, sondern sie muss in jedem Einzelfall der Beobachtung erst durch die moralische Wirklichkeit erweckt werden. Moralische Erfahrung kann dabei nicht als einfache Beobachtung der Wirklichkeit („look and see“), sondern als Begegnung mit ihr, und diese Begegnung wiederum als Antwort des absolut passiven Subjekts auf den Anruf der moralischen Wirklichkeit im Sinne der Philosophie von Emmanuel Lévinas verstanden werden.

It is held that there are objective moral facts completely independent of subjective structures (“strong moral realism”) and that statements about these facts can be based on empirical knowledge. Moral realism demands that truth claims are to be based on objectively existing truth conditions. Contrary to the correspondence theory of truth common in moral realism, however, this doctoral dissertation argues for a cognitive conception of truth. In order to make statements on moral facts founded on empirical knowledge, it is necessary to have an observational concept which, as a principle of judgement, presupposes an impartial evaluative interest by everyone. This “impartial evaluative interest by everyone”, i.e., the taking up an objective position does not, however, arise from the autonomous dimension of the subject. Rather, in each particular case of observation, this interest has to be aroused by confrontation with moral reality. In this context, moral experience must not be perceived as a simple observation of reality (“look and see”) but an encounter with it. Furthermore, this encounter must be perceived as an answer on the part of the absolutely passive subject to the impact of moral reality as outlined by the philosophy of Emmanuel Lévinas.

Weitere Angaben

Publikationsform:Hochschulschrift (Dissertation)
Schlagwörter:Realismus <Philosophie>; Ethik; Moralischer Realismus;
Philosophie; praktische Philosophie; Epistemologie;
philosophy; moral philosophy; moral realism; epistemology in moral realism
Institutionen der Universität:Philosophisch-Pädagogische Fakultät > Philosophie > Lehrstuhl für Philosophie
Philosophisch-Pädagogische Fakultät > Dissertationen / Habilitationen
Titel an der KU entstanden:Ja
Eingestellt am:26. Okt 2011 13:45
Letzte Änderung:08. Mär 2016 18:59
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